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Die Talgangbahn (ex KBS 767)

Die Talgangbahn war eine 8,2 Kilometer lange, normalspurige Nebenstrecke der WEG von Albstadt-Ebingen nach Albstadt-Onstmettingen.

Geschichte

Hätte es die Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb nicht gegeben, wäre die Talgangbahn wohl nie entstanden. Lange Zeit im 19. und auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Schmiechatal von Ebingen nach Onstmettingen eine Hochburg für die Textilindustrie. 

1878 erreichte die Eisenbahn Ebingen. Gebaut wurde die Zollernbahn durch die Königlich Württembergische Staatsbahn.

Der "Talgang", wie man das Schmiechatal von Onstmettingen nach Ebingen nennt, war allerdings noch immer nicht erschlossen, was ein Bremsklotz für den Vertrieb der im Talgang hergestellten Güter darstellte. Die Straßenqualität in dieser Zeit konnte sich mit der heutigen wohl kaum messen, Autos oder gar LKWs gab es noch nicht

Im Mai 1889 wurde von den Gemeinden Onstmettingen, Tailfingen und Truchtelfingen ein Bittschreiben an die Abgeordnetenkammer in Stuttgart ein, dass eine Bahnlinie von Ebingen nach Onstmettingen gebaut werden dürfe. 

Die Bitte wurde abgelehnt, da die Strecke als nicht rentabel eingestuft wurde.

1897 bildete sich in Onstmettingen eine Versammlung von Eisenbahnern, die den Bau der Strecke doch noch erreichen wollten. Im Januar 1897 wurde erneut ein Bittschreiben an die Königlich Württembergische Staatseisenbahn in Stuttgart geschickt. Sechs Wochen später kam die Erlaubnis zum Bau der Strecke. Grund für die diesmalige Erlaubnis war, dass Württemberg nun auch privaten Eisenbahngesellschaften die Erlaubnis gab, Strecken zu bauen und zu betreiben. Mitte des Jahres 1899 waren alle Planunungen abgeschlossen und die noch junge Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) sollte mit dem Streckenbau beginnen. 

Dies geschah ohne Probleme und vor allem ohne dass Arbeiter umkamen. Ein einziges Problem bei den Arbeiten war die Ausfädelung der Talgangbahn aus Ebingen in Richtung Onstmettingen. 

Am 14. Juli 1901 wurde die Bahnlinie eröffnet. Es standen 2 Dampflokomotiven zur Verfügung, die Loks 3 und 4, beide von Borsig gebaut. Am Eröffnungstag musste sich die WEG Personenwagen von der Staatsbahn leihen. Während der Dienstzeit der Talgangbahn waren bis zu 7 eigene Personenwagen im Dienst. 

In den 20er Jahren wurden die Lokomotiven 3 und 4 durch die Lokomotiven 7 und 8 abgelöst. Grund dafür war, dass die Leistung der Lokomotiven 3 und 4 einfach nicht mehr ausreichte. Bei den neuen Loks handelte es sich um Naßdampfloks.

Ab 1934 gab es durch die WEG einen besonderen Service für die Textilindustrie. Es war der Trikotagen-Express. Er verkehrte in der Zeit vor Weihnachten, wenn der Güterverkehr besonders hoch war und er bestand aus Gepäckwagen, die in Ebingen als Kurswagen an die Eilzüge gehängt wurden. Somit konnten die Produkte aus dem Talgang schnell in ganz Deutschland verteilt werden.

Ab 1956 zeichnete sich das Ende des Dampfbetriebes auf der Talgangbahn ab, Lok 8 wurde 1959 verschrottet, Lok 7 1963. 

Der Talgangbahnsteig befand sich übrigens nicht immer auf dem Bahnhofsvorplatz, wo er sich heute befindet, früher war er in der Kurve, in der die Strecke auf den Häringsteinviadukt zuläuft. In Steigungen anzufahren forderte den Dampfloks immer einiges an Kraft ab, dem Personal einiges an Geschick. Durchrutschende Räder dürften hier wohl keine Seltenheit gewesen sein.

Obwohl die Strecke aufgrund des zu erwartenden Güterverkehrs gebaut wurde, verkehrten von Anfang an auch 5 Personenzüge. Die Dampfzüge erhielten im Volksmund den Namen "Schellamatheis".

Verdieselung und Fahrbetrieb

Am 19. Juli 1956 stellte die sparsame WEG zum ersten mal einen Dieseltriebwagen auf der Talgangbahn in Dienst. Es war der VT 08, ein Schienenbus, der von der Fabrik Fuchs in Heidelberg gebaut wurde. Er machte Dampfloks überflüssig. Allerdings wurde Lok 7 noch bis 1963 erhalten, da der VT 08 noch einige Kinderkrankheiten hatte, weshalb man auf die Dampflok noch nicht vollständig verzichten konnte.

Grund dafür, dass Lok 7 gerade 1963 ausgemustert und verschrottet wurde, war, dass VT 09, ein Schienenbus von Auwärter den Betrieb auf der Strecke übernahm. Er wickelte bis zum Ende sowohl den Personenverkehr als auch den Güterverkehr auf der Talgangbahn ab. Der Schienenbus erhielt im Volksmund den Namen "Triebel". Er war in der Regel mit seinem Steuerwagen VS 111 und dem Beiwagen VB 112 unterwegs.

In der Zeit, in der der "Triebel" zur Hauptuntersuchung musste, besorgten andere Triebwagen von anderen WEG-Strecken den Fahrbetrieb auf der Talgangbahn.

Der Personenverkehr diente in der Hauptsache den Schülern. Die Fahrzeiten der Züge waren auf die Schulzeiten abgestimmt. An schulfreien Tagen ruhte der Fahrbetrieb, was auch im Kursbuch dick gekennzeichnet war.

Der Güterverkehr blieb weiterhin umfangreich. 1976 konnten ganze 15000 Tonnen verzeichnet werden. 

Neben dem täglichen Betrieb durch VT 09 gab es auch verschiedene Abwechslungen im Talgang. Da auf den DB-Strecken ab 1977 Dampfverbot herrschte, waren die Eisenbahnfreunde Zollernbahn neben ihren Fahrten auf der HzL auch ab und zu im Talgang unterwegs. Da Sonntags kein Fahrbetrieb stattfand und es sich bei der Talgangbahn noch um eine richtig gemütliche Nebenbahn handelte, boten sich Dampfzugfahrten durch den Talgang, die immer großen Zuspruch fanden, geradezu an.

Zum Einsatz kam dabei meistens die 64 289, später auch die 52 7596, nachdem diese Lok bei den EFZ restauriert wurde. Auch die kleine Lok 10 durfte ab und zu auf die Strecke. Sie ist mittlerweile allerdings nicht mehr bei den EFZ im Einsatz. 

Ab 1972 führte die damalige Stadt Tailfingen einmal jährlich einen Senioren-Sonderzug für die Tailfinger und Truchtelfinger Rentner durch. Dies übernahm dann ab 1975 die neue Stadt Albstadt für alle Albstädter Rentner.

Die Abwicklung sah folgendermaßen aus: Je nach DB-Fahrplan kam die leere Sonderzug-Garnitur mit 2 Loks BR 211 von Tübingen ca. 6.00 Uhr in Ebingen an. Dort wartete bereits der VT 09 und nach dem umrangieren auf die Talgangbahn-Gleise setzte er sich an die Spitze des Leerzuges. Am Schluß schob eine 211 nach. Bis 1974 bestand der Zug aus 6 bis 7 Eilzugwagen (Vorkriegs-Eilzugwagen, vierachsige Umbauwagen oder Silberlinge) und einem Gesellschaftswagen. In Tailfingen stiegen dann ca. 300 - 400 Senioren und Hilfspersonal der Stadt und des DRK zu. Der VT 09 trennte sich vom Zug und die bisherige Schublok 211 war nun Zuglok Richtung Ebingen. In Truchtelfingen stiegen ebenfalls nochmals ca. 100 Personen zu. In Ebingen wurde wieder auf die DB umrangiert und dann ging die Fahrt mit 2 Loks z.B. nach Heidelberg, nach Würzburg, nach Oberstdorf, an den Bodensee oder andere Ziele. Abends so gegen 21 Uhr kam der Sonderzug dann wieder in Ebingen an und wurde nach dem gleichen Ablauf wie morgens auf der Talgangbahn weiterbefördert.

Ab 1975 (Stadt Albstadt) wurde dann auch Onstmettingen in diesen Sonderzug einbezogen. Dann kamen 10 bis 11 Wagen zum Einsatz und es wurden bis zu 800 Personen im Sonderzug befördert.

Diese Fahrten wurden bis 1988 beibehalten, bis die Preise, die die DB für die Bereitstellung der Sonderzüge verlangte, zu hoch wurden. Die Ausflugsfahrten wurden fortan mit Bussen durchgeführt.

Im Jahr 1996 stellte die WEG zum ersten mal einen RegioShuttle vor, den sie für den Betrieb auf der Strohgäubahn beschafft hatte. Es war der VT 414. Zur Vorstellung kam das Fahrzeug auch nach Onstmettingen. Leider war ein solch modernes Fahrzeug im Talgang eine Ausnahme. Zu dieser Zeit war auch der VT09 nicht "zu Hause", er musste zur Hauptuntersuchung. Deshalb half ein orangener Esslinger Schienenbus, der VT 402, im Talgang aus.   

Die Talgangbahn war somit zufriedenstellend ausgelastet, auch im Betrieb gab es interessante Abwechslung.

Hier sehen Sie einige Aufnahmen aus der Betriebszeit der Talgangbahn. Mehr historische Bilder von der Talgangbahn finden Sie übrigens unter der Rubrik "Bahnbilder" (Zum Vergrößern bitte das jeweilige Bild anklicken).

Im März 1987 verlässt VT 09 den Bahnhof Onstmettingen mit einem Güterzug. 

1989 verlässt der Triebel den Bahnhof Onstmettingen.

Durchfahrt von Albstadt-Tailfingen im Juni 1991.

Auf freier Strecke zwischen Ebingen und Truchtelfingen.

Langsam fährt 52 7596 am 13.09.91 mit einem Sonderzug in den Tailfinger Bahnhof ein.

Im Jahr 1996 kam der WEG-VT 414 zur Vorstellung nach Onstmettingen. Daneben der VT 402.

Die Situation ab 1991

Eine Schlagzeile aus dem Jahr 1991 über die Talgangbahn, der noch viele folgen sollten:

Wie konnte es nach so vielen Jahren zufriedenstellender Auslastung so weit kommen?

Die Textilindustrie, für die Albstadt lange Zeit eine Hochburg war, wanderte nach und nach in den Osten ab. Sie war schließlich das Hauptstandbein der Strecke, das nun zu bröckeln begann. Bereits 1984 zeichnete sich ein deutlicher Rückgang des Frachtaufkommens ab, es  sank schon damals auf 9600 Tonnen im Jahr ab. Im Jubiläumsjahr 1991 wurde dann die "Kritische Grenze" überschritten, denn nun sank es sogar von 7048 Tonnen im Jahr auf 1644 Tonnen. Die WEG spielte schnell mit dem Gedanken "Stillegung". So sollte der Betrieb eigentlich bereits zum 31. Dezember 1991 eingestellt werden. Dies konnte jedoch noch abgewendet werden, da die WEG die Strecke auf ein integriertes Bus-Schiene-Konzept überprüfen wollte.

1992 wurde die Zustellung von Paketen zur Tailfinger Paketpost eingestellt. Das jährliche Frachtaufkommen betrug nur noch 125 Tonnen.

1994 wurden nur noch 74 Tonnen Fracht transportiert.

Ab 1996 verfrachtete die DB Stückgut von der Alb direkt per LKW nach Reutlingen, weshalb die WEG gezwungen war, den Stückgutverkehr vollständig aufzugeben.

Nennenswerter Güterverkehr fand also keiner mehr statt. Somit blieb noch der umfangreiche Schülerverkehr. Immerhin benutzten pro Jahr ca. 100.000 Schüler den "Triebel". Grund dafür war, dass die Fahrzeiten genau auf die Schulzeiten abgestimmt waren. Außerdem waren das Tailfinger Schulzentrum sowie das Ebinger Gymnasium mit der Bahn wesentlich bequemer zu erreichen als mit dem Bus. Desweiteren war der "Triebel" schneller und geräumiger. Der damalige Leiter der WEG-Direktion, Manfred Aschpalt, meinte dazu: "Dieser Schülerverkehr lässt sich kostenneutral auf die Straße verlegen - mit einem zusätzlichen Bus beispielsweise. Allein mit Personenverkehr lasse sich eine solche Bahn nicht halten. Aber niemand - auch nicht das Ministerium - sieht Möglichkeiten, wieder mehr Verkehr auf die Strecke Ebingen - Onstmettingen zu bringen." Wie man sieht, hatte die WEG bereits aufgegeben.  

Dieser Zustand war selbstverständlich kein Dauerzustand und 1998 war es soweit. Zu Beginn der Sommerferien, am 29. Juli 1998, fuhr der "Triebel" das letzte Mal seinen Plan. Zuletzt umfasste der spärliche Fahrplan nur noch drei Züge an Schultagen. Als letzte große Abschiedsfahrt organisierte der Inhaber des Tailfinger Modellbaugeschäfts "Schellamatheis" am 22. August 1998 eine Sonderfahrt, bei der der Triebel langsam die Strecke abfuhr und mehrere Fotohalte einlegte. Am folgenden Tag wurden die Fahrzeuge von der Strecke abgezogen.

Seitdem ist es auf der Talgangbahn ruhig geworden. VT 09 ist heute nicht mehr betriebsfähig und ist im Bahnhof Garrel an der Strecke Cloppenburg - Friesoythe abgestellt, also weit weg von seiner ehemaligen süddeutschen Heimat. Der VS 111 steht ebenfalls dort abgestellt.  Der VT 09 behielt übrigens bis zum Ende seiner Tage im Talgang das rot-beige Farbkleid, obwohl die WEG in den 80ern begann, ihre Fahrzeuge blau-orange-weiß zu lackieren. Der VS 111 ist ebenfalls noch rot-beige. Der VB 112 ist zwischenzeitlich verschrottet worden.

Chance als Stadtbahn?

Zwar war es auf der Talgangbahn ruhig geworden, aber um die Talgangbahn war es noch nicht ruhig geworden. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und das Landratsamt des Zollernalbkreises beauftragten die WEG, ein Konzept zur Reaktivierung der Talgangbahn zu entwerfen. Dieses Konzept wurde der Stadt Albstadt im Frühjahr 2000 vorgelegt. Es sah vor, die Talgangbahn als moderne Stadtbahn zu reaktivieren. Es sollte ein Gemeinschaftsbetrieb der HzL und der WEG stattfinden, wobei die HzL für eine stündliche, umsteigefreie Verbindung von Onstmettingen nach Tübingen sorgen sollte. Die WEG stellte dazu einen internen Zug bereit, der zwischen Ebingen und Onstmettingen pendelt und somit den Stundentakt zum Halbstundentakt verdichten sollte. Halbstundentakt sollte zwischen 04.36 und 19.06 im Talgang gefahren werden, ab 19.06 bis 23.06 sollte ein Stundentakt gewährleistet sein.

Von den 35 Bahnübergängen entlang der Talgangbahn sollten 11 geschlossen werden, die anderen müssten umfangreich ausgebaut werden. Der "Triebel" sicherte die Bahnübergänge entweder mit zwei lauten Pfiffen oder mit seinem Läutewerk - für eine moderne Stadtbahn ist dies natürlich absolut undenkbar.

Insgesamt waren 10 Haltestellen vorgesehen; Albstadt-Ebingen, -Häringstein, -Gymnasium, Truchtelfingen-Degerfeldstraße, Zollernalbhalle, Albstadt-Tailfingen, -Landhausstraße, -Schulzentrum, -Friedhof und Albstadt-Onstmettingen. Da zu Betriebszeiten die Bahnsteige oft nur geschottert waren, wären also auch hier umfangreiche Baumaßnahmen notwendig.

Die parallele Buslinie 44 sollte eingestellt werden.

Auch der Oberbau müsste komplett erneuert werden, außerdem bedürften die Brücken in Ebingen und in Tailfingen einer umfangreichen Renovierung. Insgesamt waren Kosten von rund 20.000.000 € veranschlagt. Davon würde das Land Baden-Württemberg ca. 14 Millionen, der Landkreis ca 1.63 Millionen und die WEG 0.2 Millionen übernehmen. Den Rest müsste die Stadt Albstadt tragen.

Das Gutachten, die "standarisierte Bewertung", sah einen Nutzen-Kosten-Indikator von 2,42 für die "neue" Talgangbahn vor. 

Am 20.12.2001 wurde über die Fortführung der Bemühungen zur Reaktivierung in Albstadt abgestimmt. Das Ergebnis war so knapp wie nur denkbar. 20 Stadträte stimmten für "Nein", 20 für "Ja". Das 21. "Ja" gab dann der Oberbürgermeister.

Im Oktober 2002 sah die Sache dagegen anders aus. Mit 17 "Ja" gegen 22 "Nein"-Stimmen wurde das Projekt Reaktivierung abgelehnt. Grund dafür war im Besonderen die Frage der Kostendeckung, besonders, was die immensen Kosten für Brückensanierungen und den Ausbau der Bahnübergänge anbelangt.

Somit liegt die Trasse weiterhin brach. Langfristig ist jedoch die "RegionalStadtbahn Neckar-Alb" geplant. Die vorgesehene Linie 1 aus Tübingen Waldhäuser Ost und die Linie 2 aus Pfullingen sollen dabei in Onstmettingen enden. Dazu ist geplant, die Strecke bis zum Onstmettinger Rathaus durch die Hirschgasse zu verlängern, da der Onstmettinger Bahnhof eine dezentrale Lage hat.

Da es sich bei dem Projekt jedoch um ein sehr langfristiges (10 - 20 Jahre) handelt und es derzeit auch erst auf dem Papier existiertist, ist es nicht sicher, ob bis dahin die Trasse nicht schon endgültig stillgelegt, d. h. entwidmet ist.

Als kurzfristigen Ersatz für die abgelehnte Reaktivierung wurde dann das Bussystem in Albstadt stark optimiert. Moderne Linienbusse verbinden den Talgang, Tailfingen mit dem Eyachtal und in Tailfingen und Onstmettingen höher gelegene Siedlungen mit den Ortskernen.

Außer der Talgang-Linie 44 wird das neue Bussystem nicht so recht angenommen.

Eine Streckenbeschreibung

Die Talgangbahn besitzt in Ebingen auf dem Bahnhofsvorplatz einen eigenen Bahnsteig, der der Bauweise eines normalen Bürgersteiges entspricht. Ein Schild, ein Fahrplan oder Ähnliches ist nicht vorhanden. Direkt hinter dem Bahnsteig überquert die Strecke in einer leichten Linkskurve die Poststraße, der Bahnübergang ist mit Blinklichtern gesichert. Nach dem Bahnübergang beginnt die Strecke leicht anzusteigen und mit einer leichten Neigung (1:40) zum 275m langen Häringsteinviadukt aufzusteigen. Der Viadukt besteht aus zwei Steinbögen sowie zwei Hängebrücken. Die Zweite und größere davon ist im Besitz der Stadt Albstadt. Hinter dem Viadukt werden zwei kleinere Fußgängerüberwege überquert, ebenso der ehemalige Haltepunkt Häringstein, bei Kilometer 0.8 folgt der Bahnübergang über die Bogenstraße, der mit Blinklichtern gesichert ist. Die Strecke verläuft weiter durch ein Wohngebiet zum Haltepunkt Ebingen-Gymnasium (Kilometer 1.5).

Nach diesem Haltepunkt verläuft die Strecke über unbebaute Wiesen mit kleineren Kurven nach Truchtelfingen. Gleich nach der Ankunft in der Ortschaft wird ein nur durch Andreaskreuze gesicherter Bahnübergang überquert, nach wenigen Metern folgt der mit Blinklichtern gesicherte Bahnübergang über die Tennentalstraße, gleich darauf kommt der Bahnhof Albstadt-Truchtelfingen.

Hinter dem Bahnhof folgt eine leichte Linkskurve, anschließend geht es zwischen Häusern hindurch zum Bahnübergang Degerfeldstraße, anschließend folgt der Haltepunkt Truchtelfingen-Holdertal (Kilometer 3.6). Direkt dahinter folgt ein nur durch Andreaskreuze gesicherter Bahnübergang, anschließend geht es weiter durch das Wohngebiet und über einige Fußgängerüberwege und in kleinen Einschnitten oder auf Stützmauern in Richtung Tailfingen. Die Bebauung von Truchtelfingen und Tailfingen ist zusammengewachsen, sodass die Ortsgrenzen kaum noch definierbar sind.

Der Tailfinger Bahnhof verfügt über recht große Gleisanlagen, von denen allerdings schon zu Betriebszeiten viele abgebaut wurden. So war der nur durch Andreaskreuze gesicherte Bahnübergang kurz vor dem Bahnhof Tailfingen früher sogar einmal zweigleisig. Am Bahnhof existieren das Ladegleis, das Hauptgleis, an dem ein geteerter Bahnsteig steht und ein Gleis am Hang zur Panoramastraße, an dem auch einige braune Güterschuppen stehen. Auch ein 28 Meter langes Gleis zur Paketpost ist vorhanden, dass das Ladegleis mit einer Kreuzweiche überquert.

Hinter dem Bahnhof Tailfingen folgen zwei Steinbrücken, danach ein kurzer Einschnitt. Anschließend kommt der Bahnübergang über die Landhausstraße (Kilometer 5.4), der mit Warnblinklichtern gesichert ist. Die Strecke verläuft nun parallel zur Landhausstraße zum Haltepunkt Tailfingen-Kirche (km 5.7). Es folgt ein nur durch Andreaskreuze gesicherter Bahnübergang sowie einige Fußgängerüberwege, dann kommt der Haltepunkt Tailfingen-Schulzentrum (Kilometer 6.0).

Hinter diesem Haltepunkt verläuft die Strecke weiter zwischen Häusern hindurch zum Haltepunkt Buchtal. Dieser wurde jedoch stillgelegt, nachdem man den Haltepunkt am Schulzentrum eröffnete. Hinter diesem Haltepunkt folgt der mit Blinklichtern gesicherte Bahnübergang über die Buchtalstraße, anschließend geht es in eine Linkskurve, bis der Tailfinger Friedhof erreicht wird, der direkt an die Strecke angrenzt. Die Zufahrtstraße zum Friedhof überquert die Strecke in Form eines breiten Bahnüberganges, der dennoch nur durch Läuten des herannahenden Zuges gesichert wurde.

Die Strecke verläuft nun weiter durch Wiesen entlang der Straße von Tailfingen nach Onstmettingen. Auf der Höhe des Naturbades wir der letzte Bahnübergang überquert. Er ist nur durch Andreaskreuze gesichert. Die Strecke verläuft anschließend in einer weiten Rechtskurve in das Bahnhofsareal von Onstmettingen (Kilometer 8.2). Auch der Onstmettinger Bahnhof verfügt über sehr ausgedehnte Gleisanlagen, obwohl ein großer Teil der Gleise abgebaut wurden. Als man die neue Bushalle errichtete, wurden zwei Gleise entfernt, um Platz zu schaffen. Hinter dem Lokschuppen gab es einstmals noch ein Gleis, das allerdings bei dem Abbruch einer Stützmauer hinter dem Gleis verschüttet wurde.

Die Strecke heute

Die Trasse ist heute noch vollständig vorhanden und (noch) nicht stillgelegt, Eigentümer ist nach wie vor die WEG.

Das Gleis der Talgangbahn ist noch fast vollständig erhalten, lediglich an der Ebinger Bogenstraße wurde der Bahndamm auf einigen Metern abgegraben um somit einer neuen Straße Platz zu schaffen. Zudem sind die Gleise an mehreren Stellen zugeschüttet, um Parkplätze zu schaffen oder an den Bahnübergängen überteert worden. Alle Bahnhofsgebäude sind erhalten, wobei sowohl Onstmettinger als auch Tailfinger Bahnhofsgebäude genutzt werden. Auch sämtliche Brücken sind noch erhalten. 

Das weitere Schicksal der Strecke ist heute ungewiss. Verschiedene, langfristige Planungen, die Bahn im Zuge der Regionalstadtbahn Neckar-Alb zu reaktivieren, sind angedacht, in absehbarer Zeit jedoch unrealistisch. Jedoch war auch eine endgültige Stilllegung durch die WEG schon angedacht und ist auch heute nach wie vor denkbar. Eine Bürgerinitiative aus Albstadt setzt sich derzeit für den Erhalt der Trasse ein.

Zugewachsene Gleise am alten Hp. Ebingen-Gymnasium.

Dieser alte Prellbock erninnert an den Anschluss an das ehemalige Tailfinger Gaswerk.

Überreste des Anschlusses zur Spedition Ammann.

Das überwucherte Gleis zur ehemaligen Paketpost.

Bei den Tailfinger Brücken offenbaren die Gleise ihren schlechten Zustand.

Die Strecke am ehemaligen Haltepunkt Buchtal.

Bildnachweis

Die ersten 3 historischen Bahnbilder stammen von Eckhard Conzelmann und wurden mir netterweise zur Verfügung gestellt.

Das 5 Bild mit 52 7596 stammt von Bernd Eßlinger.

Das 6 historische Bild stammt von Walter Kern. Vielen Dank!

Die übrigen Bilder sowie der Text stammen vom Verfasser.