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Die Vaihinger Stadtbahn (ex KBS 773)

Die Vaihinger Stadtbahn war eine 7,2 Kilometer lange, normalspurige Nebenstrecke der WEG.

Geschichte

Als im Jahr 1853 die Westbahn von Stuttgart nach Bruchsal eröffnet wurde, stand die Stadt Vaihingen vor dem Problem, dass sie von dem Eisenbahnbau kaum profitierte, da die Trasse zu weit abseits der Stadt lag. Aufgrund von Beschwerden wurde schließlich der nächstgelegene Bahnhof, Sersheim, in "Sersheim-Vaihingen" getauft. Somit wurden zwar Prestigeansprüche der Stadt halbwegs gelöst, an der Tatsache, dass die Trasse zu weit weg von der Stadt lag, änderte sich dadurch natürlich nicht. Aus diesem Grund befürchtete die Stadt Vaihingen eine Abwanderung ihrer Arbeitskräfte. Auch die wirtschaftliche Entwicklung, also die Erweiterung von Gewerbeflächen, wurde stark gebremst. 

1889 versammelte sich ein Eisenbahnerkomitee, das einen Bahnanschluss für die Stadt Vaihingen erreichen wollte. Nachdem verschiedene Streckenvarianten geprüft worden waren, entschied man sich für eine Stichstrecke von "Vaihingen-Sersheim" nach Vaihingen Stadt.

Die Firma "Artur Koppel" aus Berlin sollte den Bahnbau durchführen. In Absprache mit dem Eisenbahnerkomitee schlug das Unternehmen vor, die Strecke über Vaihingen Stadt hinaus bis Enzweihingen zu verlängern. Man entschied sich für diese Variante. 

Die noch junge Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) schloss am 15. Dezember 1890 mit der Stadt Vaihingen und der Ortschaft Enzweihingen einen Vertrag über die Kostenbeteiligung am Streckenbau ab. Daraufhin übernahm die WEG sowohl den Streckenbau als auch den Betrieb. Nachdem die WEG die Konzessionen am 20. Juli 1902 erhielt, erfolgte am 20. Oktober 1903 der Baubeginn.

Die Strecke wurde schnell und problemlos in einem Zug errichtet. Die größte Schwierigkeit dabei stellte nur der Bau der Enzbrücke bei Enzweihingen dar.

Am 16. Oktober 1904 wurde die Strecke mit den damals üblichen Feierlichkeiten eröffnet. Der Betrieb verlief positiv, täglich verkehrten sieben Personenzüge. Während der Streckenbauarbeiten wurde ein Muschelkalklager entdeckt, zu dem ein Jahr nach der Eröffnung der erste Industrieanschluss gebaut wurde. In der nächsten Zeit siedelten sich in Vaihingen viele Betriebe an, was ein hohes Frachtaufkommen für die Strecke versprach. 

1906 wurde der Bahnhof "Vaihingen-Sersheim" in "Vaihingen (Enz) Staatsbahnhof" umbenannt.

Obwohl der Personenverkehr in den Anfangsjahren der Strecke nur eine untergeordnete Rolle spielte, bekam auch er großen Zuspruch. Die WEG traf mit der Königlich Württembergischen Staatsbahn das Abkommen, dass 3 Personenzüge am Tag von Enzweihingen bis Bietigheim durchgebunden werden durften. Dies erfolgte ab dem Jahr 1906.

Im Volksmund erhielt die Bahn den Spitznamen "Bembele", was von "Bimmelbahn" herrührte.

Nach dem ersten Weltkrieg versiegte die postive Wirkung der Bahn ein wenig. Grund dafür war die schlechte Lage der ansässigen Landwirtschaft. Ab 1928 untersagte die Reichsbahndirektion Stuttgart der WEG den durchgehenden Personenverkehr bis Bietigheim. Gründe wurden nicht genannt.

Eine weitere Verschlechterung für den Verkehr auf der Strecke kam hinzu. Im Jahr 1939 war das damalige Hauptstandbein der Strecke, das Muschelkalklager, erschöpft.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die 800 Meter nördlich von Enzweihingen gelegene Enzbrücke gesprengt. Der Zugverkehr ruhte vom 1. April 1945 bis zum 2. Mai 1946. Dann konnte wieder provisorischer Verkehr stattfinden. Die Züge allerdings endeten schon vor Enzweihingen an einem Bahnsteig, da die Enzbrücke noch immer in Trümmern lag.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Enzbrücke für Schiene und Straße kombiniert. Diese Brücke existiert bis heute.

1950 erhielt der "Startbahnhof" der Strecke seinen endgültigen Namen: Vaihingen Nord.

Am 18. Mai 1951 stellte die WEG den Personenverkehr, der bis dahin genau wie der Güterverkehr ausschließlich von Dampfloks getragen wurde, ein.

Die Strecke trägt seit 1971 den Namen "Vaihinger Stadtbahn", da Enzweihingen seit dieser Zeit ein Stadtteil von Vaihingen ist. Somit handelt es sich um eine innerstädtische Strecke.  

Verdieselung und Fahrbetrieb

1957 begann das Zeitalter der Dieseltriebwagen auf der Vaihinger Stadtbahn, nachdem am 23. Dezember 1957 der letzte Dampfzug zwischen Vaihingen Nord und Enzweihingen fuhr. Zu diesem Zeitpunkt nahm die WEG den zuvor eingestellten Personenverkehr auf der Strecke wieder auf. Grund für dieses Umdenken war die starke Zunahme des Schülerverkehrs.

Eine bahnparallele Buslinie existierte ab 1950. Betreiber dieser Linie war ebenfalls die WEG. 

Die WEG übernahm für die Ablösung der Dampfloks zwei der 1927 von Wegmann in Kassel gelieferten VT 801 - 804, nämlich den VT 70 900 und den VT 70 901. Diese Fahrzeuge standen ab 1947 bei der damaligen Deutschen Bundesbahn zum Verkauf, bei der sie auch die neue Betriebsnummer erhalten hatten. Bei der WEG erhielten die Fahrzeuge eine Doppelmaschinenanlage von jeweils 150 PS. Der VT 70 900 wurde als VT 04, der VT 70 901 als VT 03 umgezeichnet. Die Fahrzeuge hatten 46 Sitzplätze der 2. Klasse und ein Gepäckabteil. Die Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h wurde auf der Vaihinger Stadtbahn nie benötigt, für die 7,2 Kilometer lange Strecke brauchten Personenzüge 17 Minuten.

Fortan verrichteten beide Triebwagen den Personen- und auch den Güterverkehr.

Der VT 03 wurde 1981 nach zufriedenstellender Dienstzeit bei der WEG an die Teutoburgerwald-Eisenbahn (TWE) verkauft. Dort behielt er bis heute sein rot-beiges Farbkleid. Im Regelverkehr wird er nicht mehr eingesetzt.

In den 1980ern dünnte die WEG nach und nach den Personenverkehr immer weiter aus. So entfiel der Wochenendverkehr. Ende der 80er wurde der VT 04 in den neuen WEG-Farben (orange-blau-weiß) lackiert. 

1991 wurde die Westbahn zwischen Illingen und Sersheim nach Süden verlegt. Grund dafür war die Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke Stuttgart - Mannheim. Der neue Bahnhof "Vaihingen (Enz)" wurde ebenfalls an der neuen Trasse platziert, was den alten Bahnhof Vaihingen Nord für Züge der DB überflüssig machte. Die Strecke wurde auf ein Gleis zurückgebaut, die Oberleitung überflüssig und deshalb ebenfalls abgebaut. 

Dies hatte auch für die Vaihinger Stadtbahn einige Auswirkungen. Da die Neubaustrecke die Vaihinger Stadtbahn zwischen Kleinglattbach und Vaihingen Stadt kreuzte, wurde ein kombinierter Tunnel für die Strecke sowie für die Straße errichtet, der den Bahndamm der Neubaustrecke unterquert. Zudem wurde vor dem Tunnel ein neuer Haltepunkt "Vaihingen (Enz) WEG" errichtet. Somit war das Umsteigen von Zügen der DB auf Züge der WEG weiterhin problemlos möglich. 

Der Bahnhof Vaihingen Nord wurde dennoch weiterhin durch die WEG angefahren. Entlang der Strecke gab es nun folgende Halte: Vaihingen Nord, Kleinglattbach, Vaihingen (Enz) WEG, Vaihingen-Schloßberg, Vaihingen Stadt und Enzweihingen.

Auf der Streckenkarte sah die Vaihinger Stadtbahn nun wie eine Inselstrecke aus, da das Anschlussgleis an die Westbahn ja nur noch im Güterverkehr bedient wurde und somit nicht verzeichnet war. Die Güterwagenübergabe zwischen der DB und der WEG fand nach wie vor in Vaihingen Nord statt.

Im Jahr 2001 und Anfang 2002 gab der VT 36, ein 1956 von Fuchs gebauter Schienenbus, auf der Strecke ein Gastspiel, da VT 04 gerade nicht einsatzbereit war. Der VT 36 war in der Regel auf der oberen Kochertalbahn der WEG im Einsatz. Da seit 2000 dort allerdings kein Personenverkehr mehr stattfindet, war er entbehrlich und konnnte deshalb auf der Vaihinger Stadtbahn aushelfen.

Eine originelle Idee für ihr traditionelles Dreikönigsprogramm am 6. Januar 2002 hatten die Eisenbahnfreunde Zollernbahn. So wurde der VT 36 für eine Fahrt von Vaihingen nach Enzweihingen angemietet. Bei den EFZ wurde dabei angekündigt: "Dort steigen wir auf eine mehrteilige WEG-Triebwagen-Einheit (Baujahr 1956) um. Diese bringt uns mit Fotohalten und einer Scheinanfahrt nach Vaihingen Nord und Enzweihingen und wieder zurück nach Vaihingen (Enz)". 

Letztendlich kam aber nur der VT 36 ohne Beiwagen (also nicht mehrteilig, wie angekündigt) zum Einsatz. Für heilloses Gedränge im Triebwagen war somit bestens gesorgt. 

Nachdem der VT 04 wieder einsatzbereit war, verrichtete er wieder ganz alleine den Dienst auf der Vaihinger Stadtbahn. Die WEG schickte den VT 36 aufs Abstellgleis, man brauchte ihn nicht mehr.  

Hier sehen Sie Aufnahmen aus der aktiven Zeit der Vaihinger Stadtbahn (zum Vergrößern bitte das jeweilige Bild anklicken).

VT 04, der Stammtriebwagen, wartet im Jahr 1999 in Vaihingen Nord.

Bahnhofesareal in Enzweihingen im Jahr 2001.

VS 208 war der Steuerwagen zu VT 04, aufgenommen in Enzweihingen.

Die Stadtbahn ist am Ende

Wie konnte es soweit kommen?

Als letzte verbliebene "richtige" Lokalbahn der WEG stand die Vaihinger Stadtbahn in ihren letzten Jahren unter einem unglücklichen Stern, denn im 21. Jahrhundert ist für gemütliche Nebenbahnen im Regelverkehr kein Platz mehr. Zugverkehr fand in den letzten Jahren nur noch an Werktagen statt und diente hauptsächlich dem Schülerverkehr. 2001 verkehrte morgens ein durchgehendes Zugpaar zwischen Vaihingen Nord und Enzweihingen, mittags waren es zwei. Zusätzlich verkehrte eines zwischen Vaihingen Nord und Vaihingen sowie eines zwischen Vaihingen Nord und Vaihingen Stadt. Im Kursbuch war die Linie mit der Einführung des VVS als R 51 verzeichnet.

Die Fabrik Blum, die der Vaihinger Stadtbahn noch einiges an Fracht bescherte, kündigte im Jahr 2001 an, den Standort Enzweihingen zu schließen. Unter diesen Umständen plante die WEG, den Gesamtbetrieb auf der Strecke zum Jahresende 2001 einzustellen. Firma Blum kündigte Ende 2001 dann aber an, dass der Standort Enzweihingen doch erhalten bleibe. Somit schien der Bestand der Strecke doch noch gesichert zu sein.

Desweiteren überlegte die WEG, eine Direktverbindung von Enzweihingen nach Bietigheim-Bissingen einzurichten. Dies wäre sicherlich sinnvoll gewesen, so nämlich hätten Pendler aus ganz Vaihingen Bietigheim-Bissingen bequem erreicht. Dort besteht Anschluss an die Stuttgarter S-Bahn in die Innenstadt. Der an der Neubaustrecke liegende Bahnhof Vaihingen (Enz) DB, von dem es durchgehende RegionalExpresse und InterRegioExpresse nach Stuttgart gibt, hat eine etwas dezentrale Lage.

Das Konzept "Mora C" der DB Cargo sorgte für Unheil auf verschiedenen Nebenstrecken in Baden-Württemberg. Betroffen war auch die Vaihinger Stadtbahn. Nach dem Konzept wollte DB Cargo den Gütertarifpunkt Vaihingen Nord eigentlich bereits Ende 2001 streichen, was das Ende des Güterverkehrs auf der Vaihinger Stadtbahn bedeutet hätte. Die Güterwagenübergabe fand in der Regel mit Loks der Baureihe 294 von DB Cargo statt. DB Cargo stufte den Gütertarifpunkt letztendlich aber doch noch als "entwicklungsfähig" ein, was der Strecke half, ihr Leben noch um ein Jahr zu verlängern.

Der Gütertarifpunkt Vaihingen Nord wurde mit Wirkung zum Sonntag, dem 15.12.2002 durch die DB Cargo dann doch gestrichen. Weil dies bereits absehbar war und sich die Vaihinger Stadtbahn durch den spärlichen Schülerverkehr nicht halten ließ, endete der Betrieb auf der Strecke. Da an Wochenenden der Fahrbetrieb ohnehin ruhte, endete der Verkehr bereits am Freitag, dem 13. Dezember 2002. Der VT 04 wurde zum Abschied mit einem Schild und einem Kranz geschmückt. Somit hatte DB Cargo die Nebenstrecke ruiniert.

Die Firma Schick, die ihren Sitz im Vaihinger Industriegebiet hat und regelmäßig durch die WEG einen Kesselwagen zugestellt bekam, konnte vor dem Langericht bewirken, dass die Zustellung per Schiene noch für weitere 8 Monate erfolgte. Da sich die WEG aus dem Betrieb zurückgezogen hatte, war DB Cargo gezwungen, den Wagen zuzustellen. Zum Einsatz kamen dabei Loks der Baureihe 294.

Nach dem Ende der achtmonatigen Gnadenfrist für das Reststück der Vaihinger Stadtbahn kehrte Ruhe auf der Strecke ein. Sie ist bis heute allerdings (noch) nicht endgültig stillgelegt. Einige Zeit strebte die Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen (GES) einen Museumsbetrieb mit festem Fahrbetrieb an Sonntagen zwischen Mai und Oktober an. Dies wurde aufgrund schärfster Proteste von Trassenanwohnern vereitelt, deshalb wurde der Museumsbetrieb an 10 Tagen im Jahr zugelassen. Bisher ist allerdings noch keine Museumsbahn entstanden. Voraussetzung dafür wäre, dass die Stadt Vaihingen die Trasse zu einem Preis von 400.000 € übernimmt. Dabei entfielen auf die WEG 10 Hektar Land, auf die DB 2 Hektar. Die Stadt Vaihingen hat Interesse an der Strecke, um den Trassenerhalt bis auf weiteres zu sichern. 

Der WEG-Betrieb wurde bis zum Ende allein durch den VT 04 abgewickelt. Das Fahrzeug war 2002 mit 75 Jahren Dienstzeit das deutschlandweit älteste Bahnfahrzeug, das sich noch im Regelverkehr befand. Nach der Betriebseinstellung wurde er nach Neuffen zur GES überführt. Die Erhaltung des Fahrzeuges als Museumstriebwagen ist noch nicht sicher, wäre aber unbedingt wünschenswert. Es ist in Neuffen witterungsgeschützt im Lokschuppen abgestellt und macht einen gepflegten Eindruck. Der VS 208 steht ebenfalls dort, er ist entachst.

Hier sehen Sie Aufnahmen mit dem VT 36 aus dem letzten Betriebsjahr der Vaihinger Stadtbahn.

Der WEG VT 36 am Haltepunkt Kleinglattbach.

VT 36 auf der Enzbrücke bei Enzweihingen.

2002 schickte die WEG den VT 36 aufs Abstellgleis. Hier steht das Fahrzeug in Enzweihingen.

Eine Streckenbeschreibung

Die Vaihinger Stadtbahn beginnt am Bahnhof Vaihingen Nord. Hier befindet sich auch der Streckenkilometer 0,0 der WEG-Strecke. Nirgendwo sonst entlang der Strecke hat es in den letzten Jahren soviele Veränderungen wie dort gegeben. Grund dafür war die Verlagerung der Westbahn um ca. 2 Kilometer nach Süden, was infolge der Neubaustrecke Stuttgart - Mannheim notwendig wurde. Seitdem ist die alte Westbahn über Vaihingen Nord größtenteils abgebaut, das Stück Abzweig Aischbach - Vaihingen Nord wurde jedoch erhalten, um weiterhin die Güterwagenübergabe zwischen der DB und der WEG zu ermöglichen. Das Stück wurde im Zuge des Abbaus der alten Westbahn auf ein Gleis zurückgebaut, die Oberleitung demontiert. Somit gibt es in Vaihingen Nord nur noch einen Bahnsteig für die WEG.

Doch bereits vor dem Ende der alten Westbahn gab es im Bahnhof Vaihingen Nord einige Veränderungen. Früher fuhren die Züge der WEG vom Bahnhofsvorplatz ab, wo sich einige Gleisanlagen befanden. Dies änderte sich noch zu Betriebszeiten der alten Westbahn. Schon damals fuhren die WEG-Züge von den DB-Gleisen ab. Das ehemalige Bahnareal auf dem Bahnhofsvorplatz ist mittlerweile überbaut worden.

Gleich hinter dem Bahnhofsgebäude begibt sich die Vaihinger Stadtbahn in eine relativ langgezogene Linkskurve, die ehemalige Westbahn dagegen in eine leichte Rechtskurve. Gleich nach der Kurve wird ein nur durch Andreaskreuze gesicherter Bahnübergang überquert, anschließend taucht die Strecke in ein Wohngebiet ein. Häuser und Gartenanlagen liegen rechts und links der Strecke, die nun geradeaus verläuft. Nach einigen Metern wird ein durch Blinklichter gesicherter Bahnübergang überquert. Die Strecke verläuft nun weiterhin geradeaus, bis eine leichte Rechtskurve durchquert wird und erneut ein mit Blinklichtern gesicherter Bahnübergang folgt. 

Nach dem Bahnübergang folgt ein kurzes Stück auf einem Bahndamm, auch zwei kleinere Fußgängerüberwege werden überquert. Bei Streckenkilometer 1,4 liegt der Haltepunkt Kleinglattbach mit dem kleinen, typisch württembergischen Dienstgebäude.

Direkt hinter dem Haltepunkt folgt eine kurze Linkskurve, dann wird ein durch Blinklichter gesicherter Bahnübergang überquert. Es folgt ein kurzes gerades Stück, dann kommt erneut eine leichte Linkskurve. Somit liegt die Strecke parallel zur Landstraße. Bis zum Haltepunkt "Vaihingen (Enz) WEG" bei Streckenkilometer 2,0 verläuft die Strecke geradeaus.

Auch hinter diesem Haltepunkt gab es 1991 eine gravierende Veränderung: mit einem Tunnel, der durch die Neutrassierung der Westbahn notwendig wurde, wird nun die Neubaustrecke unterquert. Der Tunnel wird gemeinsam von Bahn und Straße genutzt.

Gleich hinter diesem Tunnel biegt die Straße nach rechts ab. Die Strecke führt durch einen ca. 200 Meter langen Einschnitt und durch zwei relativ enge Kurven, die zusammen ein S ergeben. 

Hinter dem Einschnitt beginnt ein landschaftlich reizvoller Streckenabschnitt. Auf einem hohen Damm begibt sich die Strecke nun in eine langgezogene Rechtskurve und verläuft durch Felder hindurch. Auf der rechten Seite hat man einen schönen Ausblick auf das Umland. Mit einer kleinen Brücke wird ein Wirtschaftsweg überquert, anschließend folgt ein nur mit Andreaskreuzen gesicherter Bahnübergang. 

Nun begibt sich die Strecke nach einem kurzen geraden Stück durch einen Einschnitt hindurch in eine langgezogene Linkskurve. Der Ausblick auf das Umland verschwindet und es geht in Richtung Stadtmitte. Von links bahnt sich nun auch der Gleisanschluss zum Vaihinger Industriegebiet heran. Während links eine Stützmauer entlang der Strecke notwendig ist, erkennt man rechts den Vaihinger Schloßberg mit Schloß Kaltenstein. 

Erneut verschwindet die Strecke nun in einem Einschnitt, bevor bei Kilometer 4,2 die Haltestelle "Vaihingen Schloßberg" erreicht wird, die über ein Wartehäuschen verfügt.

Ab der Haltestelle "Schloßberg" verläuft die Strecke gerade und über zwei Brücken bis zum Bahnhof Vaihingen Stadt bei Kilometer 4,7. Der Bahnhof verfügt über ein sehr schönes, aber dennoch zweckentfremdetes Bahnhofsgebäude. An das Bahnhofsareal grenzen zwei mit Blinklichter gesicherte Bahnübergänge an. Anschließend verlässt die Strecke in einer leichten Linkskurve Vaihingen und fällt nun durch Wiesen und Felder ins Enztal hinab. Die Ortschaft Enzweihingen wird sichtbar.

Kurz vor Enzweihingen wird auf der größten Brücke der Strecke zusammen mit der B 10 die Enz überquert. Nach der Brücke schwenkt die Strecke nach links von der B 10 ab, überquert einen mit Andreaskreuzen gesicherten Bahnübergang und verläuft nun direkt zu ihrem Endpunkt Enzweihingen mit dem ebenfalls schönen, aber auch fremdgenutzten Bahnhofsgebäude. Zuvor wird noch ein mit Blinklichtern gesicherter Bahnübergang überquert. In Enzweihingen befindet sich auch der Lokschuppen sowie weitere Betriebsanlagen für die Bahn.     

Die Strecke heute

Die Strecke ist noch in recht gutem Zustand. Sie ist (noch) nicht endültig stillgelegt, Besitzer ist nun die Stadt Vaihingen, die die Trasse tatsächlich von der WEG übernommen hat. Auch die Gleise liegen, abgesehen von einigen Industrieanschlüssen, noch fast vollständig. Trassenbegehungen sind problemlos möglich, obwohl an vielen Stellen der Bewuchs bereits weit fortgeschritten ist. Auch sämtliche Brücken existieren noch.

Nach wie vor beschäftigt sich die Vaihinger Stadtverwaltung mit der Frage, ob die GES eine Museumsbahn einrichten soll. Mittlerweile steht dieser Idee allerdings der Allgemeine Deutsche Fahhradclub (ADFC) gegenüber, der gerne einen Radweg auf der alten Trasse sehen würde, mit dem das Ortszentrum von Vaihingen für Radfahrer besser erschlossen würde. Ein Radweg würde allerdings die Gefahr beinhalten, dass die Bahnlinie entwidmet würde und nicht mehr reaktiviert werden könnte. 

 

Das Bahnhofsareal von Vaihingen Nord hat sich in den letzten Jahren mehrfach verändert.

Die Strecke im Jahr 2006, kurz vor dem Bahnhof Vaihingen Nord.

Seit 1991 existiert der Haltepunkt Vaihingen (Enz) WEG.

Die Trasse kurz vor der Haltestelle Schlossberg (2007).

Der Vaihinger Stadtbahnhof.

Die kombinierte Straßen-Schienen-Brücke über die Enz.

Bildernachweis

Die ersten 3 historischen Bahnbilder wurden mir freundlicherweise von R. S. zur Verfügung gestellt.

Die ersten beiden Bilder mit VT 36 stammen von Martin Ragati. Herzlichen Dank.

Das letzte Bild mit VT 36 stammt von R. S.

Alle weiteren Bilder sowie der Text stammen von Christoph Eßlinger.