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Die Zollernbahn (KBS 766)

Die Zollernbahn ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Hauptstrecke von Tübingen nach Aulendorf.

Geschichte

Recht listig waren die preußischen Hohenzollern, als es um die Frage ging, wie möglichst ohne eigene Finanzierung ihr Gebiet durch die Eisenbahn erschlossen werden könnte. Das hohenzollerische Gebiet war in Württemberg ein Bremsklotz für den Bau der Eisenbahninfrastruktur, das an allen Ecken und Enden den Bah von Bahnlinien verhinderte.

So stockte auch der Weiterbau der oberen Neckartalbahn, da hier preußisches Terrain betreten werden musste. Schließlich wurde am 3. März 1865 ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Württemberg geschlossen, nachdem Württemberg die Durchfahrtsrechte erkauft hatte. Bedingung dafür war der Bau der Strecke Tübingen - Sigmaringen, zudem noch ohne Kostenbeteiligung Preußens. Für Preußen stellte dies wahrlich eine weise Lösung zur Beseitigung mangelnder Eisenbahninfrastruktur dar.

Württemberg hatte im Prinzip kein großes Interesse am Bau dieser Strecke, war nach dem Staatsvertrag aber zum Bau gezwungen. Nachdem verschiedene Trassenvarianten geprüft worden waren, entschied man sich für die Trassenführung von Tübingen aus über Hechingen nach Sigmaringen, nachdem auch eine Trassenführung mit der Abzweigung an der oberen Neckartalbahn geplant war. Am 18. März 1868 ordnete die württembergische Regierung den bau des Teilabschnittes bis Hechingen an, welcher am 29. Juni 1869 eröffnet werden konnte. Er wurde von der Königlich Württembergischen Staatsbahn betrieben.

Anschließend gerieten die Bauarbeiten für den Weiterbau bis Balingen durch den deutsch-französischen Krieg 1870/1871 ins Stocken. Am 22. März 1873 wurde per Gesetz der Weiterbau der Strecke bis Balingen und von dort aus nach Sigmaringen beschlossen. Der Abschnitt Hechingen - Balingen konnte am 1. August 1874 eingeweiht werden. Mit dem Bau der Hohenzollerischen Landesbahnen von Eyach über Hechingen nach Sigmaringen entstand südlich des Bahnhofs Hechingen die Streckenkreuzung zwischen der Zollernbahn und der HzL-Strecke Hechingen - Gammertingen.  

Zu dieser Zeit wurde auch der südliche Abschnitt der Zollernbahn von Sigmaringen nach Aulendorf und von dort aus weiter bis Kißlegg eröffnet. Diese Strecke entstand zeitgleich mit der Donautalbahn, die die Zollernbahn zwischen Sigmaringen und Herbertingen mitbenutzt. 

Bei der Trassierung des Abschnittes Ebingen - Sigmaringen stießen die Bautrupps auf einige Schwierigkeiten, da im Schmeietal die Wasserscheide zwischen Neckar und Donau bezwungen werden musste. Am 4. Juli 1878 konnte dann aber auch dieser Streckenabschnitt fertiggestellt werden. Somit hatten die preußischen Landesherren ohne eigene Ausgaben eine Verbindung zwischen ihren Fürstensitzen Hechingen und Sigmaringen.

Die lange Bauzeit von neun Jahren zeigte, dass insgesamt doch einige Kunstbauten (32 Brücken und 2 Tunnel) nötig waren, um das harte Terrain der Schwäbischen Alb zu überwinden. Dies ist auch der Grund, weshalb man die Strecke größtenteils auf teilweise sehr hohen Dämme baute. Man wollte Hangrutschen aus dem Weg gehen, was sich als klug und weitsichtig erwies. Die Einfädelung der Zollernbahn in die Donautalbahn bei Inzigkofen war dabei schon sehr früh geplant.

Eventuell wären die Bauarbeiten damals auch etwas schneller vorangeschritten, wenn bei Württemberg der Wille zum Bahnbau vorhanden gewesen wäre.

1901 ging von Ebingen aus die Talgangbahn der Württembergischen Eisenbahn Gesellschaft nach Onstmettingen in Betrieb. 

Betrieben wurde die gesamte Strecke durch die Königlich Württembergische Staatsbahn. Extra für den Adel wurde unterhalb der Hohenzollernburg ein Bahnhof errichtet, der Bahnhof "Zollern". Heute steht der sogenannte Kaiserbahnhof zum Verkauf. 

Fahrbetrieb bis 1997

Stammlok auf der Zollernbahn war früher die P 8, also die BR 38 aus dem Bw Tübingen. Sie besorgte den Großteil des Personenverkehrs auf der Zollernbahn, mit Umbau-3-Achsern, Umbau-4-Achsern oder mit Silberlingen. Aber auch "Bubiköpfe", die Baureihe 64, kam vor Personenzügen zum Einsatz. Sporadisch sogar die BR 50. Loks der Baureihe 38 wurden oft mit Vorspann gefahren, besonders dann, wenn noch einige Post oder Gepäckwagen an den Zug angehängt waren. 

Vor den Güterzügen kamen in der Regel Loks der Baureihe 50 des Bw Tübingen zum Einsatz, ab und zu auch Loks der Baureihe 52, ebenfalls aus Tübingen. Ab 1973 waren es Loks der Baureihe 50 aus Ulm. Ein Großteil der Fracht auf der Zollernbahn stammte aus Albstadt, dass seine Textilerzeugnisse hauptsächlich per Bahn verfrachtete.

1975 endete der Dampflokeinsatz auf der Zollernbahn.

Bereits vor 1975 kam die BR 215 aus Ulm auf der Zollernbahn auf. Nach dem Ende der Dampflok auf der Zollernbahn besorgte die 215 den Eilzug- und Nahverkehrszugdienst, ebenso zusammen mit den Baureihen 211 und 212 den Güterzugdienst. Jedoch waren auch Schienenbusse der BR 798 als Nahverkehrszüge auf der Zollernbahn unterwegs.

Eilzüge und Nahverkehrszüge fuhren in der Regel im Gegentakt zwischen Tübingen, Sigmaringen und Aulendorf. Der Reisende von der Alb nach Stuttgart musste in Tübingen umsteigen. Charakteristisch für die Zollernbahn waren bei lokbespannten Reisezügen die grünen Umbau-4-Achser, die mit einem hellgrünen Zierstreifen und der Aufschrift "Allgäu-Zollernbahn" verziert waren und in den 1980er Jahren eingesetzt wurden. Somit war damals bereits ein Vorläufer zu den heutigen Namensgebungen von Nahverkehrslinien gegeben.

Jedoch erlebte auch die Zollernbahn Tiefpunkte; Im Jahr 1985 sah es ganz danach aus, als ob bald kein Zug mehr über die Zollernbahn fahren sollte, denn das Verkehrsaufkommen auf der Alb rechtfertigte die Aufrechterhaltung des Betriebs nicht. Die meistens leeren Personenzüge, die in der eher bevölkerungsarmen Region zwischen Sigmaringen und Hechingen schlechte Fahrzeiten einfuhren, wurden von der Presse als "Geisterzüge" bezeichnet. Lediglich der Streckenabschnitt Tübingen - Hechingen sollte in Betrieb bleiben. Dank des Landtagsabgeordneten Haasis konnte die drohende Stilllegung jedoch abgewendet werden, der einen Betrieb mit Neitech-Zügen als Entwicklungsperspektive für die Zollernbahn vorschlug. Damit sollten die Fahrzeiten in dem bevölkerungsarmen Abschnitt deutlich verbessert werden, sodass eine schnellere Anbindung der Region an die Wirtschaftszentren Tübingen und Reutlingen möglich wäre. 

Ab 1988 wurden die Schienenbusse durch Triebwagen der Baureihe 628 ersetzt. 1994 wurde zwischen Sigmaringen und Aulendorf der Stundentakt eingeführt. Dazu verkehrten ebenfalls Triebwagen der Baureihe 628 zwischen den beiden Ortschaften, die sich mit den Eilzügen zum Stundentakt ergänzten. Auch kamen gelegentlich Tübinger Triebwagen der Reihe 627 zwischen Sigmaringen und Aulendorf zum Einsatz. Diese kamen dann meistens aus Richtung Kißlegg. 

Durch die Erweiterung des 628-Verkehrs wurde die Stammbaureihe 215 nach und nach verdrängt. Gemeinsam mit den Baureihen 211 und 212 war sie aber dennoch auch weiterhin im Güterverkehr eine feste Größe. Allerdings ließ auch dieser stark nach, da die Albstädter Textilindustrie nach und nach in fernöstliche Länder abwanderte bzw. andere Streckenansässige Firmen auf LKW-Verkehr umstellten. Am 31. Mai 1997 fuhr der letzte planmäßig lokbespannte Personenzug, eine RegionalBahn, die außerplanmäßig die EFZ-Lok 01 519 vorgespannt bekam. Lokbespannte Reisezüge wurden zuletzt in der Regel aus 3 Silberlingen gebildet, nachdem die "Allgäu-Zollernbahn-Wagen" im Zuge der bundesweiten Ausmusterung der Umbau-4-Achser Ende der 1980er Jahre verschwanden. Am 31. Mai 1997 verkehrten zudem letztmalig planmäßig Triebwagen der BR 628 auf der Zollernbahn, da die Regionalisierung des Nahverkehrs bevorstand.

Hier sehen Sie einige Aufnahmen vom alltäglichen Fahrbetrieb vor dem Jahr 1997 (Zum Vergrößern bitte das gewünschte Bild anklicken):

Die einstige Stammbaureihe: 215 062 und eine Schwesterlok im Juni 1992 bei Laufen.

Ein aus "Allgäu-Zollernbahn"-Wagen gebildeter Nahverkehrszug mit 215 105 auf der KBS 766.

Neben 215er kamen vor Güterzügen auch 211er zum Einsatz. Hier steht 211 179 in Ebingen.

Die HzL fährt auf der Zollernbahn

Zum 1. Juni 1997 übernahm die Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL) das bisherige Angebot im Personenverkehr von der DB auf der Zollernbahn. Dazu bestellte sie bei der "Railcharter Fahrzeugbestellung GmbH" 22 Regioshuttles (RS 1). Das Land Baden-Württemberg beteiligte sich mit 50 % an den dadurch entstandenen Kosten. Die Fahrzeuge sind rot-beige lackiert und in Gammertingen beheimatet, wo sie auch gewartet werden.

Parallel zu dieser Bestellung bestellte die HzL noch zwei weitere Regioshuttles für ihr eigenes Netz. Diese sind nach den Farben des Landkreises Tuttlingen, also blau-gelb, lackiert.  

Mit der Betriebsaufnahme der HzL war und ist bis heute auf der Zollernbahn weitgehend an Werktagen ein Stundentakt gewährleistet. Im Zweistundentakt fahren täglich HzL-Regioshuttles als Doppeltraktion von Tübingen über Aulendorf bis Ulm. Im Gegentakt dazu fahren Montags bis Samstags HzL-Regioshuttles von Tübingen bis Albstadt-Ebingen. Zwischen Albstadt-Ebingen und Sigmaringen werden die Haltestellen Storzingen und Straßberg-Winterlingen im Zweistundentakt bedient. 

Nachdem früher der letzte Zug zwischen 20:00 und 21:00 gefahren war, erreicht man heute mit der HzL noch spät in der Nacht die kleinsten Ortschaften entlang der Zollernbahn. 

Durch die Umlaufpläne der HzL haben die in Albstadt-Ebingen endenden Züge eine sehr lange Wartezeit (ca. 1 Stunde), in der sie auf den Abstellgleisen nördlich des Bahnhofs abgestellt werden.

Mit der Betriebsaufnahme der HzL begann im Allgemeinen ein neues Kapitel des Nahverkehrs auf der Zollernbahn. Auch für kleinere Ortschaften boten sich neue Perspektiven. Die Ortschaften Engstlatt, Laufen und Lautlingen erhielten so wieder Haltepunkte, nachdem die DB in diesen Ortschaften längst keinen Halt mehr einlegte. Zudem wurde ein neuer Haltepunkt eröffnet, nämlich Albstadt-Ebingen West. Die sich im südlicheren Teil der Strecke befindenden längst aufgelassenen Haltepunkte in Oberschmeien und Unterschmeien wurden jedoch nicht reaktiviert. 

Ankunft einer HzL am 29. April 2006 in Albstadt-Ebingen.

Bei Lautlingen fährt diese HzL in Richtung Tübingen.

Eine HzL am 21. Februar 2007 auf der Streckenkreuzung bei Hechingen.

Aufnahme der IRE-Schnellverbindung

Der Personenverkehr zwischen Tübingen und Sigmaringen war nur für kurze Zeit ganz alleine in der Hand der HzL. Bis Dezember 1996 wurden 50 Neitech-Triebwagen der Baureihe 611 an DB Regio geliefert, die unter anderem in Ulm beheimatet wurden und bei DB ZugBus, einem Tochterunternehmen von DB Regio, zum Einsatz kommen.

So wurde am 29. September 1997 der Neitechbetrieb auf der Zollernbahn durch DB ZugBus aufgenommen. Die 611er aus Ulm sollten auf der neuen Schnellverbindung Stuttgart Hbf - Tübingen Hbf - Albstadt-Ebingen zum Einsatz kommen. Durch wenige Haltestellen und die Neigetechnik sollten die Fahrzeiten von der Schwäbischen Alb in die Wirtschaftszentren Tübingen und Reutlingen sowie in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg auf ein Minimum beschränkt werden. Gehalten wird in Albstadt-Ebingen, Balingen, Hechingen, Mössingen, Tübingen Hbf, Reutlingen Hbf und Stuttgart Hbf, gefahren wird im Zweistundentakt, die Fahrzeit von Albstadt-Ebingen bis Stuttgart betrug ca. 1 1/2 Stunden. Die Schnellverbindung wurde im Fahrplan als RE mit dem Vermerk "Hält nicht auf allen Unterwegsbahnhöfen" verzeichnet.

Um die Strecke für die Schnellverbindung zu ertüchtigen, erhielten die Bahnhöfe Dußlingen, Mössingen, Bisingen und Albstadt-Ebingen neue Bahnsteige und Unterführungen. Bisingen war dabei die Ausnahme, da es eine Überführung erhielt. Im Bahnhof Albstadt-Ebingen wurden im Zuge der Baumaßnahmen die Gleisanlagen stark zurückgebaut, die brachliegenden Rangiergleise wurden abgebaut. Seitdem verfügt der Bahnhof Ebingen auch nur noch über 2 Gleise. Vor den Baumaßnahmen gab es noch drei Bahnsteiggleise.

Der Start des Neitechbetriebes auf der Zollernbahn missglückte allerdings gründlich, wie auf fast jeder Strecke, auf der der 611 zum Einsatz kam. Deshalb erhielt der Triebwagen anstatt dem Namen "Pendolino" den Spitznamen "Pannolino". Bereits nach wenigen Tagen Betrieb musste die Neigetechnik abgeschaltet werden und Adtranz musste sich mit einer grundlegenden Problemlösung befassen, nachdem es bereits schon zuvor in anderen Bundesländern enorme Probleme mit der Baureihe 611 gab.

Die Schnellverbindung wurde dennoch schon bald über Albstadt-Ebingen hinaus bis Aulendorf mit einzelnen Durchbindungen bis Ulm verlängert. 

Seit dem 10. Juni 2000 ist die ganze Strecke für die Neigetechnik ertüchtigt.

Da es bis ins Jahr 2000 mit den Triebwagen der Baureihe 611 sehr große Probleme, insbesondere mit der Neigetechnik gab, mussten sie zeitweise ganz außer Betrieb genommen werden. In dieser Zeit sorgten Triebwagen der Baureihe 628 für den Ersatz. Die Schnellverbindung wurde zudem bereits in Sigmaringen abgebrochen. Somit bestand nun die Schnellverbindung Stuttgart Hbf - Sigmaringen. Die meiste Zeit musste ohne Neigetechnik gefahren werden. 

Ab 2000 ging die Störanfälligkeit der "Pannolinos" auf ein halbwegs erträgliches Maß zurück. Dennoch zieht sich die Serie von Pannen weiterhin wie ein roter Faden durch die Geschichte dieser Baureihe.

Seit dem Jahr 2002 ist die Schnellverbindung im Fahrplan nicht mehr als RE sondern als IRE verzeichnet. Immer wieder kam es jedoch zu Ausfällen der 611, weshalb die Zollernbahn oft in den Schlagzeilen der Presse landete.

Seit dem 10.12.2006 wurde wieder mit Neigetechnik gefahren. Zudem verkehrten fast alle Züge wieder bis Aulendorf, vereinzelt auch weiter bis Ulm. Einzelne Züge hielten zudem auch in Bisingen, Straßberg-Winterlingen und Storzingen. Die Züge verkehrten zwischen Stuttgart und Tübingen als Dreifachtraktion. In Tübingen wurden die Züge geflügelt, der hintere Teil fuhr anstatt nach Aulendorf nach Rottenburg. Somit verkehrten die Züge zwischen Tübingen und Aulendorf in der Regel als Doppeltraktion.

Aufgrund erneuter Probleme mit der Neigetechnik musste ab dem 13.12.2009 der Fahrplan wieder umgestaltet werden. Alle IREs aus Stuttgart verkehren zwischen Stuttgart und Tübingen wie bisher, enden nun auf der Zollernbahn aber schon in Albstadt-Ebingen. Als Ersatz wurden die Mo - Sa verkehrenden Hohenzollerischen Landesbahnen über Albstadt-Ebingen hinaus bis Sigmaringen verlängert, zwischen Sigmaringen und Aulendorf kommt es zu einem RegionalBahn-Ersatzverkehr. Da die HzL-Züge jedoch nur Montags - Samstags verkehren, existieren an Sonntagen ganz neue RegionalExpress-Leistungen zwischen Sigmaringen und Tübingen, die neben den vom IRE bedienten Halten auch in Bisingen, Bodelshausen und Dußlingen halten. Auch hier werden Triebwagen der BR 611 eingesetzt.

Aufgrund von Oberbausanierungen endet dieser IRE aus Sigmaringen bereits in Balingen (2005).

Bei Lautlingen fährt dieser 611 (mit Neigetechnik!) in Richtung Süden. 

Zugkreuzung eines REs nach Tübingen mit einer RB nach Aulendorf in Hechingen am 13.12.2009.

Zwischen Sigmaringen und Aulendorf

Durch den ständigen Ausfall des IREs gab es seit seiner Betriebsaufnahme einige Veränderungen auf diesem Abschnitt der Zollernbahn. Bis zu der Verlängerung der Schnellverbindung Stuttgart Hbf - Albstadt-Ebingen bis Aulendorf fuhren im Gegentakt zu den zweistündlichen HzL-Zügen Tübingen - Sigmaringen - Aulendorf - Ulm (die ab Sigmaringen übrigens als RB laufen) RegionalBahnen von Aulendorf nach Sigmaringen. Zum Einsatz kamen dabei 628er vom Bw Ulm.

Durch die Verlängerung wurden diese Züge hinfällig, da der IRE sie ersetzte. Da dieser allerdings immer wieder ausfiel und die Schnellverbindung zwischen dem 13. Dezember 2003 und dem 10. Dezember 2006 nur bis Sigmaringen geführt wurde, wurden diese Züge in dieser Zeit wieder eingefüht. Der 628 war somit wieder ein gewohntes Bild zwischen Sigmaringen und Aulendorf. Durch die erneute Verlängerung des IRE bis Aulendorf zum 10.12.2006 wurden diese zweistündliche RB-Verbindung wieder durch den IRE besorgt. 

Auch der legendäre "Kleber-Express", ein letzter Heckeneilzug, verwendete auf seiner Fahrt von Freiburg nach München und umgekehrt diesen Streckenabschnitt der Zollernbahn. Am 13. Dezember 2003 wurde er eingestellt. Bis zum Ende war er mit einer Lok der BR 218 bespannt. Ihr angehängt waren n-Wagen aus München.

Als Ersatz verkehrten im Jahresfahrplan 2004 zweimal täglich der "Allgäu-Donautal-Express" von München nach Herbertingen. Ab dem 12.12.2004 verkehrte er nurnoch am Wochenende. Zum 10.12.2005 wurde er komplett eingestellt. Er war wie der "Kleber-Express" mit Wagenmaterial und einer 218 aus München unterwegs. 

Mit der Einstellung des "Allgäu-Donautal-Express" wurde die gesamte KBS 766 nun endgültig von lokbespannten Reisezügen im Regelverkehr "befreit".

Zwischen dem 13.12.2003 und dem 10.12.2006 verkehrte nur ein IRE-Zugpaar zwischen Sigmaringen und Aulendorf, alle weiteren endeten ja bereits in Sigmaringen. Der IRE bedient zwischen Sigmaringen und Aulendorf alle Haltestellen. Seit dem 10.12.2006 verkehrt der IRE nun wieder im Zweistundentakt auf diesem Abschnitt der Zollernbahn.

Kaum noch Güterverkehr

Bis zum 31.12.2001 wurde der Güterverkehr von DB Cargo mit Loks der Baureihe 294 abgewickelt. Nach dem Konzept "Mora C", das einiges an Unheil für Nebenstrecken anrichten sollte, wollte DB Cargo den Güterverkehr in der Region Alb-Bodensee ganz einstellen. Die HzL sprang ein und besorgte von nun an den Güterverkehr auf gleich mehreren Nebenstrecken dieser Region. Dabei wird auch die Zollernbahn gestreift. Kies aus Schwackenreute sollte zum Zementwerk in Dotternhausen an der Bahnlinie Balingen - Schömberg gebracht werden. Allerdings musste im Juli 2005 die Hegau-Ablachtalbahn zwischen Schwackenreute und Krauchenwies aufgrund Oberbaumängeln gesperrt werden, weshalb diese Güterzüge nun nicht mehr verkehren können. 

Planmäßiger Güterverkehr auf der Zollernbahn ist heute somit nicht mehr der Fall. Die Industrieanschlüsse entlang der Strecke sind stillgelegt und teilweise auch schon abgebaut. In Ebingen wurden die einst umfangreichen Gleisanlagen für den Güterverkehr ebenfalls abgebaut, genau wie in Balingen. Auch dort sind die Rangiergleise nicht mehr in Betrieb. Dies könnte sich allerdings ändern, falls die Kiestransporte von Schwackenreute nach Dotternhausen wieder aufgenommen werden. Denn dann müsste in Balingen ein Richtungswechsel erfolgen.

Klein-und Stückgut aus Albstadt, sofern dieses heute überhaupt noch vorhanden ist, wird seit 1996 sowieso per LKW durch die DB nach Reutlingen gefahren und erst dort verladen. Somit stellte die DB sich damals in gewisser Weise selbst ein Bein, da sie zu diesem Zeitpunkt noch den Güterverkehr auf der Zollernbahn auf der Schiene abwickelte. Viel Größer waren allerdings die Folgen für die Talgangbahn

Eisenbahnfreunde Zollernbahn

Die Zollernbahn ist neben ihrer Tätigkeit als gewöhnliche Bahnstrecke auch Namensgeber für einen Eisenbahnverein - die Eisenbahnfreunde Zollernbahn. Dieser Verein existiert seit 1973. Damals trafen sich Eisenbahner, die sich größtenteils schon kannten um Themen rund um die Eisenbahn zu besprechen und zu erörtern. 

Der Verein nannte sich daraufhin "Eisenbahnfreunde Zollernbahn". Am 8. April 1973 unternahmen die EFZ ihre erste Dampfzugfahrt von Tübingen in den Schwarzwald und zurück. 

Im Jahr 1975 übernahmen die EFZ ihre erste eigene Lok, die 64 289, die früher in Tübingen beheimatet war. 

Die Fahrzeugsammlung des Vereines wuchs rasch an. Im Jahr 1998 wurde in Tübingen ein großes Dampflokfest gefeiert, bei dem Dampfloks aus ganz Deutschland kamen. Grund dafür war das 25. Jubiläum der EFZ. Am Osterwochenede gab in Tübingen eine Lokparade und Sonderfahrten ohne Ende.

Die EFZ hielten sich über viele Jahre an ihr Streckennetz. Die Bahnhofsnamen Münsingen, Gammertingen, Sigmaringen, Hechingen, Eyach und Kleinengstingen klangen wie Musik in den Ohren von EFZ-Freunden, waren diese Bahnhöfe doch die Ziele von unzähligen Sonderzugfahrten.

Nachdem Dampfzugfahrten auf DB-Strecken ab 1993 wieder erlaubt war, fanden auch wieder vermehrt Fahrten auf der namensgebenden Strecke, der Zollernbahn, statt.

Mittlerweile hat sich das Bild der EFZ gewandelt. Die Fahrten finden mittlerweile größtenteils auf der Schwarzwaldbahn statt, Sonderfahrten auf der Schwäbischen Alb gehören nun eher zu den Besonderheiten.

Im Winter 2006 zogen die EFZ von Tübingen nach Rottweil um.

Zukunft der Zollernbahn

Nachdem die Strecke 1985 vor der Stilllegung stand, deutet heute nichts mehr auf eine Schließung hin. Im Gegenteil - in den Jahren 2000 bis 2005 wurde der Oberbau grundlegend erneuert. Anstatt der alten Holzschwellen wurden geräuschdämmende V-Schwellen eingebaut. Haltepunkte wurden erneuert und ausgebaut. 

Die Zukunft der Zollernbahn verspricht sowieso alles andere als Schlechtes. Die Strecke soll im Zuge des Projektes "RegionalStadtbahn Neckar-Alb" umfassend ausgebaut, elektrifiziert und nach dem Vorbild der Karlsruher Stadtbahn mit Stadtbahntriebwagen betrieben werden. Dabei soll die Linie 1 von Tübingen Waldhäuser Ost nach Ebingen fahren und dort nach Onstmettingen und Sigmaringen geflügelt werden. Die Linie 2 soll von Eningen/Pfullingen über Reutlingen nach Albstadt-Ebingen und von dort aus nach Albstadt-Onstmettingen geführt werden. Beide Linien verkehren halbstündlich. 

Für die RegionalStadtbahn Neckar-Alb soll sogar eine Neubaustrecke zwischen Gomaringen West und Reutlingen errichtet werden, um den Umweg von der Schwäbischen Alb nach Reutlingen über Tübingen zu umgehen. Dabei soll diese Strecke teilweise auf der alten Trasse der einstigen Bahnstrecke Reutlingen - Gönningen neu errichtet werden. 

Desweiteren würden viele alte Haltepunkte, die seit vielen Jahren stillgelegt sind, wieder reaktiviert. Außerdem würde die Zollernbahn an einigen Stellen zweigleisig ausgebaut werden. 

Der IRE würde laut Planung stündlich auf der Relation Stuttgart Hbf - Reutlingen Hbf - Tübingen Hbf - Mössingen - Hechingen - Balingen - Albstadt-Ebingen - Sigmaringen - Aulendorf - Ulm verkehren.

Der südliche Endpunkt der RegionalStadtbahn Neckar-Alb wäre Sigmaringen. 

Zusammenfassung des Betriebes entlang der KBS 766:

InterRegioExpress (BR 611) Stuttgart Hbf - Albstadt-Ebingen: zweistündlich, zwischen Albstadt-Ebingen und Aulendorf

RegionalExpress (BR 611): Tübingen Hbf - Aulendorf: So, vereinzelte Züge in teilweise angenähertem Zweistundentakt

Hohenzollerische Landesbahn (RS 1) Tübingen Hbf - Aulendorf: zweistündlich

Hohenzollerische Landesbahn (RS 1) Tübingen Hbf - Sigmaringen: Mo - Sa, zweistündlich im Gegentakt zu den HzL-Zügen Tübingen - Aulendorf.

Eine Streckenbeschreibung

Tübingen Hbf (Km 0,00) Abzweigende Strecken: Ammertalbahn nach Herrenberg, Neckartalbahn nach Horb, Neckartalbahn nach Plochingen
Tübingen-Derendingen (Km 1,9) -
Dußlingen (Km 8,1) -
Gomaringen West (Km 10,2) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Nehren (Km 13,4) -
Mössingen (Km 16,1) -
Bad Sebastiansweiler-Belsen (Km 17,7) -
Bodelshausen (Km 21,3) -
Hechingen (Km 24,7) Abweigende Strecken: Hohenzollerische Landesbahn nach Eyach / Gammertingen
Zollern bei Wessingen (Km 30,9) Ehemaliger "Kaiserbahnhof", heute eingestellt
Bisingen (Km 34,3) -
Steinhofen (ca. Km 36) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Engstlatt (Km 38,7)  -
Balingen (Württ) (Km 41,7) Abzweigende Strecke: Albvorlandbahn nach Schömberg, bis 1971 noch weiter bis Rottweil
Balingen Süd (Km 42,8) -
Frommern (Km 46,7) -
Albstadt-Laufen (Km 49,9) Heute nur noch Betriebsbahnhof für Zugkreuzungen
Albstadt-Laufen Ort (Km 50,7) -
Albstadt-Lautlingen (Km 54,1) -
Albstadt-Ebingen West (Km 57,3) -
Albstadt-Ebingen Abzweigende Strecke: Talgangbahn nach Albstadt-Onstmettingen (bis 1998)
Straßberg-Winterlingen (Km 65,8) -
Kaiseringen-Frohnstetten (Km 68,8) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Storzingen (Km 73,5) -
Oberschmeien (Km 77,8) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Unterschmeien (ca. Km 80) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Inzigkofen (Km 82,4) Eingestellt, kein Zughalt mehr. Abzweigende Strecke: Donautalbahn nach Immendingen
Sigmaringen (Km 87,5 <> 92,7) Abzweigende Strecke: Hohenzollerische Landesbahn nach Gammertingen, Nebenstrecke nach Krauchenwies (bis 1969) 
Sigmaringendorf (Km 89,2) -
Scheer (Km 86,0) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Ennetach (Km 83,9) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Mengen (Km 82,4) Abzweigende Strecke: Hegau-Ablachtalbahn nach Stahringen
Herbertingen (Km 76,4 <> Km 0,00) Abzweigende Strecke: Donautalbahn nach Ulm
Herbertingen Ort (Km 1,9) -
Bad Saulgau (Km 9,0) -
Hochberg (Km 13,1) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Altshausen (Km 19,5) Abzweigende Strecke: Nebenstrecke nach Pfullendorf (bis 2004, bis 1983 noch weiter bis Schwackenreute) 
Steinenbach-Blönried (Km 23,6) Eingestellt, kein Zughalt mehr
Aulendorf (Km 28,0) Abzweigende Strecken: Südbahn nach Ulm / Friedrichshafen, Württembergische Allgäubahn nach Kißlegg 

Fotostandpunkte

Die hier empfohlenen Fotostandpunkte sind nur eine Auswahl, da es jede Menge gute Fotostandorte entlang der Strecke gibt. Die Motive sind von Norden nach Süden geordnet.

Durch die Formsignale besitzt der Bahnhof Dußlingen eine fotogene nördliche Bahnhofseinfahrt.

Dieses Motiv funktioniert zu jeder Jahreszeit, kommt im Winter bei Schnee und im Sommer aber am Besten zur Geltung. Bilder sind mittags möglich.

Ca. 1 1/2 Kilometer südlich vom Bahnhof Hechingen kreuzt die Zollernbahn die eine Etage tiefer liegende Hohenzollerische Landesbahn nach Gammertingen. Diese Streckenkreuzung bietet sich sowohl für Züge auf der HzL als auch für Züge auf der Zollernbahn an. Um an das Motiv zu gelangen, ab dem Bahnhof Hechingen dem "St. Luzen Weg" immerzu in südliche Richtung folgen.

Dieses Motiv funktioniert zu jeder Jahreszeit. Je nach Position sind Bilder ganztags möglich.

Zwischen Lautlingen und Laufen findet sich dieses schöne Fotomotiv, bei dem die Zollernbahn kurz über den hohen Bahndamm verläuft. Es bietet eine perfekte Alb-Kulisse, besonders durch den charakteristischen Felsen im Bildhintergrund.

Dieses Motiv bietet sich im Winter an, besonders, wenn noch kein Schnee liegt, die Bäume aber schon kahl sind. Es funktioniert zu jeder Tageszeit.

Der Lautlinger Viadukt dürfte das bekannteste Motiv der Strecke sein. Da dieser jedoch stark durch Bäume verdeckt ist, gibt es in Lautlingen alternativ auch noch verschiedene andere Fotomöglichkeiten. Dazu folgt man am Besten der hinter dem Lautlinger Viadukt in die Berge ansteigenden Straße. 

Die Motive funktionieren zu jeder Jahreszeit, der Lautlinger Viadukt ist im Sommer jedoch von Bäumen verdeckt. Bilder sind mittags und nachmittags möglich. 

Südlich des Bahnhofs Storzingen befindet sich eine Wegüberführung, von der man einen guten Überblick über den (noch) mit Formsignalen ausgestatteten Bahnhof hat.

Das Motiv funktioniert zu jeder Jahreszeit. Aufnahmen sind ganztags möglich.

 

Südlich von Storzingen, im Schmeietal, finden sich zahlreiche fotogene Felsdurchbrüche.

Die Motive funktionieren ganztags. Bilder sind je nach Position ganztags möglich.